zeit.geschichte

Historisches

(c) Rudolf Leo: Elisabeth Geisler (geb. Unterwurzacher, in 2. Ehe Scharfetter) wird am 24.11.1905 in Krimml geboren. Die 27jährige Liesl, wie sie in der Familie genannt wird, heiratet 1932 Friedl Geisler, den Wirt des Krimmler Tauernhauses. Die Hochzeit wird im Salzburger Dom gefeiert. Als ihr Mann, nach wenigen Jahren der Ehe, bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückt, muss sie das Tauernhaus alleine weiterführen. Eine Aufgabe, die sie mit Hingabe meistert. Im Jahr 1947 wird die Tauernhauswirtin weit über die Grenzen bekannt. In diesem Jahr flüchten rund 5.000 Juden, die den Nationalsozialistischen Vernichtungslagern entkommen sind. Weiterlesen
(c) Rudolf Leo: Afra Hechenberger (geborene Foidl) wird am 28.11.1890 in Tirol geboren. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern zieht Afra in den Pinzgau und siedelt sich auf einem Bergbauerhof in Walchen an. Afra ist literarisch hochbegabt. Bildung ist allerdings Luxus in dieser Zeit. Sie hat, wie viele ihrer Zeitgenossen, nichts von diesem Luxus. Kinder und Enkel beschreiben sie als warme, zufriedene und sehr fleißige Frau. Legendär sind ihre zahlreichen kreativen Entschuldigungsschreiben an die Lehrerin, die dokumentieren, wie schreibgewandt sie war. Weiterlesen
(c) Rudolf Leo - Die NS-Vergangenheit des Personals am Pavillon 15 "Am Steinhof" und an der "Rett-Klinik" Beitrag in Hemma Mayerhofer, Gudrun Wolfgruber, Katja Geiger, Walter Hammerschick, Veronika Reidinger (Hg.), Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in der Wiener Psychiatrie von 1945 bis 1989, Stationäre Unterbringung am Steinhof und Rosenhügel, Schriften zur Rechts- und Kriminalsoziologie, Band 8, LIT Verlag, Wien 2017
Zeithistorische Arbeit zum Pavillon 15 „Am Steinhof“/Otto Wagner-Spital und die Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel. Die NS-Vergangenheit des Personals in diesen Anstalten.    
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Frieda Weinlich - Foto: Michaela Weinlich (c) Rudolf Leo - Frieda Weinlich auf ihrem britischen Motorrad „Ariel 500“. Weinlich ist Hausfrau und führt das Seehotel Prielauhof am Nordufer des Zeller Sees. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Roland Weinlich, Notar in Zell am See, hat sie vier Kinder. Das Bild entstand Mitte der 1930er Jahre irgendwo in einer Wiese in Thumersbach bei Zell am See im Salzburger Pinzgau. Weiterlesen
Foto: Fritz Daxenbichler (c) Rudolf Leo - Die Bäckerei Daxenbichler in Bramberg kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Der 26-jährige Bäcker Fritz Daxenbichler aus Hütten bei Leogang pachtet 1927 das so genannte „Brucknhäusl“ gleich vis a vis der heutigen Bäckerei. Anfangs wird in einem Holzbackofen im alten Gemäuer des Brucknerhäusls Brot und Gebäck gebacken. Weiterlesen
(c) Rudolf Leo - Genoveva Maurer wird am 6. Jänner 1886 in Südtirol geboren. Die 20jährige Genoveva heiratet 1906 Jakob Niederegger. Aus dieser Ehe entstammen 19 Kinder. Am 21. Oktober 1939, Genoveva ist bereits 53 Jahre alt, schließen Hitler und Mussolini ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschen und der ladinischen Minderheit in Südtirol. Den etwa 210.000 deutschsprachigen Südtirolern und Ladinern (rund 80 Prozent der Wohnbevölkerung) wird die Auswanderung "nahegelegt". Weiterlesen
(c) Rudolf Leo - Josef Unterberger wurde irgendwann im Pinzgauer Piesendorf geboren. Genau kann es eigentlich niemand so recht sagen. Auch seinen richtigen Namen kennen in der Gegend nur wenige, wurde er doch seit Jahrzehnten nur der „Kramer Pepp“ genannt. Mit vier Jahren wird er von einem Pferd getreten und ist seither „beeinträchtigt“. Der Bramberger Bauer Brennsteiner („Kramer“) nimmt ihn auf und dort verbringt der „Kramer Peppi“, wie er seither genannt wird, sein ganzes Leben als Knecht. Weiterlesen
 …weil wir wissen, das schlimmste ist, nicht zu wissen… (c) Rudolf Leo: Montag, 5. Juni 1944, es ist ein grauer, stürmischer und kalter Tag. Soldaten umstellen in der norditalienischen Gemeinde Mason das Haus der Familie Groppo. Sie sind auf der Suche nach dem 16jährigen Giuseppe Groppo. Er wird am 24. Oktober 1926 in Mason, Provinz Vicenza, Bezirksgericht Bassano del Grappa, geboren. Als 1943 deutsche Truppen Norditalien besetzen, flüchtet der junge Giuseppe in den Untergrund. Weiterlesen
Julius Weickl (auch Weikl) Tagebuch 1. Weltkrieg (c) Rudolf Leo: Julius Weickl wird am 7. Jänner 1897 in Bruck an der Großglocknerstraße (Land Salzburg) geboren. 1921 wird er zum Priester geweiht. Von 1933 bis 1937 ist er Pfarrer in Dienten, von 1937 bis 1948 Pfarrer in Bramberg, von 1948 bis 1969 Pfarrer in Taxenbach. Weickl stirbt 1969 in Schwarzach.   TAGEBUCH 15. Juli 1915 bis 25. November 1918 Weiterlesen
(c) Rudolf Leo: Am 15. Mai 1945, nur wenige Tage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erscheint der damals 40-jährige Fleischhauer und Selcher Rudolf Kronberger aus eigenem Antrieb bei der Staatspolizei in Wien, um eine Zeugenaussage zu machen. Diese Aussage wird den ersten und größten Prozesskomplex gegen NS-Täter in der Nachkriegsgeschichte auslösen. Kronberger ist, heute würde man sagen, „situationselastisch“. Im Austrofaschismus denunziert er illegale Nationalsozialisten. Nach dem „Anschluss“ tritt er der NSDAP bei und wird SA-Scharführer. Jetzt, nach dem Ende des Nationalsozialismus, versucht er erneut die Seite zu wechseln. Kronberger tritt die Flucht nach vorne an und erstattet bei der Staatspolizei „Anzeige gegen Angehörige der SA im Judenlager Engerau“. Er bietet sich als Kronzeuge an und erklärt, dass er selbst von Herbst 1944 bis zum 29. März 1945 „im Judenlager Engerau“ als SA-Scharführer „in besonderer Verwendung“ eingesetzt war. Kronberger gibt zu Protokoll: Weiterlesen