zeit.geschichte
(c) Rudolf Leo: Kaspar Feld wird am 16. Juni 1901 in Emmersweiler, einem Ortsteil der Gemeinde Großrossel, im Saarland geboren.[1] Am 14. Juli 1929 wird Feld in Salzburg zum Priester geweiht.[2] Die 1930er Jahre sind im Land Salzburg von Hunger und Elend geprägt. In Deutschland übernehmen die Nationalsozialisten 1933 die Macht, in Österreich fünf Jahre später. Die Seelsorge, so Pfarrer Feld in seinen Erinnerungen, ist „ein steiniger Boden“. Pfarrer Feld ist rasch im Visier der Geheimen Staatspolizei. Bereits im September 1938 teilt der Landesschulrat mit, dass Feld das Betreten der öffentlichen Volksschule in Radstadt verboten ist. Als Begründung wird sein „politisches Verhalten“ angeführt.[3] Feld ist nicht der einzige Priester in der Region, der von den Nationalsozialisten „Schulverbot“ erhält. In der Erzdiözese Salzburg wird in der NS-Ära in den ersten Jahren zwischen 1938 und 1940 mindestens 42 Seelsorgern der Besuch in der Schule verboten (siehe Anhang). Ab 1941 sind bereits rund 155 Seelsorger der Erzdiözese Salzburg vom Schulverbot betroffen.[4] In Lend gehen NS-Funktionäre aktiv gegen die Kirche und deren Symbole vor. Kruzifixe und Wegkreuze werden von den Nationalsozialisten entfernt und vernichtet. So verschwindet unter anderem das Bild des Heiligen Johannes Nepomuk auf der Salzachbrücke. Am 7. November 1938 berichtet Administrator Rupert Schitter vom Pfarramt in Lend an das Ordinariat in Salzburg, dass Heiligenbilder, Kruzifixe und Kreuze, die im öffentlichen Raum stehen, verschwunden sind.[5] Darüber hinaus versuchen die nationalsozialistischen Funktionäre Menschen dazu zu bewegen, aus der Kirche auszutreten. Die Negativpropaganda gegen die Kirche hat Erfolg. Administrator Rupert Schitter meldet im November 1938 nach Salzburg: „In der letzten Zeit macht sich in unserer Gemeinde eine besonders heftige Abfallspropaganda bemerkbar, wie auch die Kirchenaustritte es beweisen. Als eines der gefährlichsten Propagandamittel wird das Schlagwort von der kommenden Kirchensteuer benützt, die als enorm übertriebene Summe (30-40 RM pro Kopf) angegeben wird…“[6] Am 21. September 1939 wird auch Kooperator Schwarz in Lend vom Landeshauptmann „aufgrund einer hier eingelaufenen Meldung“ die Bewilligung zur Erteilung des Konfessionsunterrichts entzogen.[7] Im Frühjahr 1940 versucht das Ordinariat in Salzburg beim Landeshauptmann, die Aufhebung der Schulverbote für drei Salzburger Priester zu erwirken. Erfolglos. Der Landeshauptmann lehnt die Aufhebung des Schulverbotes für Pfarrprovisor Feld in Lend, für Pfarrer Brandstätter in Piesendorf und für Pfarrer Brunner in Goldegg aus „grundsätzlichen Erwägungen“ ab.[8] Am 19. März 1940 wird Kaspar Feld zum Pfarrer in Lend bestellt. Der Landeshauptmann ersucht das Ordinariat um den Nachweis, dass Feld den allgemeinen staatlichen Anforderungen entspricht: „deutsche Reichsangehörigkeit, arische Abstammung, Besitz einer zum Studium an einer deutschen Universität berechtigten Reifezeugnis, ordnungsgemäßes Hochschulstudium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Lehranstalt“[9].   Pfarrer Feld schreibt über seine Tätigkeit in Lend:[10] Lend galt von je als steiniger Boden für die Seelsorge. Ich fand die schwierigsten Verhältnisse in diesem Industrieort vor. In der Hochblüte des Abfalls vom katholischen Glauben, in der Hochkonjunktur des NS-mus [Nationalsozialismus Anm. RL], musste ich die Seelsorge übernehmen. Ein kleiner Grundstock von Menschen hatte dort die Stellung gehalten. Eine Handvoll Gläubiger getraute sich am Sonntag in die Kirche, denn vor dem Eingang war die Wohnung des Ortsgruppenleiters und links im Gemeindehaus wohnten der Schreiber und Gemeindediener die beachten Sonntag für Sonntag die Kirche und notierten die Kirchgänger. Furcht vor Bestrafung hielt mir auch gute Gläubige von der Erfüllung ihrer Sonntagspflicht ab. So riss immer mehr, gefördert durch die pflichtgemäße Sonntagsarbeit, die als Dienst am Vaterland bezeichnet wurde, eine große Lauheit und Gleichgültigkeit in religiösen Dingen ein. Kein Wunder, daß dann bei Verschärfung des Druckes mit steigenden Unannehmlichkeiten für Kirchentreue, eine Massenabfallbewegung eintrat. Die Hetze gegen den Kirchenbeitrag tat dazu noch das Seine.[11]   Viel Streit mit Vorladungen zum Landrat brachten die Glocken. Sie durften bei nicht katholischen Begräbnissen nicht geläutet werden. Um es dennoch zu erreichen, mußten die Kirchenschlüssel abgegeben werden. All diese Vorfälle brachten den Pfarrer in Gegensatz zu den weltlichen Behörden, wollte er nach Vorschrift seiner Vorgesetzten handeln. So musste auch ich zum Landrat nach Zell am See, der wohl eine katholische Erziehung genossen hatte, aber im Amt um Würde zu bewahren, vom Glauben abfiel. Auch bösartige Störungen des Gottesdienstes durch den Lärm einer Kreissäge, die in der Nachbarschaft lief, waren nichts Seltenes. Einmal musste die Predigt abgebrochen werden. Auch hier fand eines Montags um 9:00 Uhr – es war am 5. März 1940 – die Hausdurchsuchung statt, die schlagartig in ganz Österreich gegen die Pfarrhöfe – ohne Ergebnis – durchgeführt wurde. Man warf uns vor durch Briefe die Moral der Soldaten zersetzt zu haben.[12] Am 14. Dezember 1941 wendet sich Feld schriftlich an das Fürsterzbischöfliche Ordinariat in Salzburg. Er ersucht um Bereitstellung eines Verteidigers, da er eine gerichtliche Verhandlung fürchtet. Hintergrund, laut Anordnung des Reichsstatthalters muss der Hauptgottesdienst auf 8 Uhr verlegt werden. Pfarrer Feld hält allerdings seinen Gottesdienst um 9 Uhr ab und wird deshalb beim Landrat in Zell am See angezeigt.[13] Laut Aktenlage ist unklar, ob es zu einer Verhandlung kommt. Auch der Erstkommunionsunterricht bringt Feld immer wieder vor Gendarmerie und Landrat. Feld in seiner Niederschrift: Die Fabrik[14] hatte Hochbetrieb. Aluminium stand ja zur Kriegszeit hoch im Kurs. So kamen auch öfters hohe führende Persönlichkeiten wie [Hermann Anm. RL] Göring und andere nach Lend. So kam es, daß der NS-mus guten Boden fand und stark ausgeprägt war. Man wollte sein Deutschtum unter besonderen Beweis stellen. Man hatte große Pläne. Eine neue Straße sollte über die Höhe nach Gastein gebaut werden. Ihr hätte der Pfarrhof und das Mesnerhaus weichen müssen. Ob man damals Ersatz gefunden hätte, ist fraglich. Als ich sammelte für eine Heizung in der Kirche wurde ich vor die Gendarmerie geladen. Ein andermal wurde ich verdächtigt den Feinden Ortspläne zu liefern, weil ich viel im Freien malte. Einmal wurden die Kinder, die zum Religionsunterricht und Erstkommunionsunterricht in den Pfarrhof kamen von Gendarmerie und Gemeindebediensteten zum Verhör abgeführt. Auch wegen der Gottesdienstordnung, die so von der Gemeinde (!) ausgelegt wurde, daß wegen der Appelle und Übungen fast niemand… zum Gottesdienst gehen konnte, auch wenn er gewollt hätte, gab es unangenehme Vorladungen und Verhöre. Bis zur Gestapo nach Salzburg mußte ich deswegen gehen. Aber ich setzte mich durch.[15] Im Frühjahr 1942 stellt die Geheime Staatspolizei Pfarrer Feld offensichtlich eine Falle. Im Zug von Salzburg in den Pinzgau lernt Feld einen „Kollegen aus dem Saargebiet“ kennen. Dieser weiß sichtlich über die Vergangenheit des Lender Priesters Bescheid. Der fremde Fahrgast gibt sich als Priester aus dem Saargebiet aus, nicht unweit aus der Heimat von Feld, und schafft so ein Vertrauensverhältnis, das dem Lender Priester zum Verhängnis wird. Am 8. Mai 1942 wird Feld von der Geheimen Staatspolizei festgenommen und nach Salzburg gebracht. Kaspar Feld beschreibt den Vorfall folgendermaßen: Eines Tages fuhr ich nach Salzburg. Da lernte ich im Zuge einen jungen Unteroffizier kennen, der nicht weit von meiner Heimat im Saargebiet zu Hause war. Wir kamen ins Gespräch. Er gab sich als Priester aus und unser Gespräch fand nun im ‚Flüsterton‘ seine Fortsetzung. Der Soldat hatte mich aber angelogen. In Saalfelden, wo er stationiert war, erzählte er alles seinem Freund, einem Blutsordensträger, der riet ihm, mich anzuzeigen. Als er einige Tage später an die Front mußte, erstattete er in Salzburg die Anzeige bei der Gestapo. Am 8. Mai 1942 fuhr diese vor dem Pfarrhaus vor und verhaftete mich. Ich kam ins gefürchtete Gestapogefängnis nach Salzburg.[16] Kaspar Feld wird von der Geheimen Staatspolizei ohne Anklage ein Jahr wegen „staatsabträglicher Äußerungen“ in Haft genommen. Am 15. November 1943 erfolgt die zweite Verhaftung aus demselben Grund. Feld wird am 27. September 1944 in das Konzentrationslager Dachau überstellt und ist dort bis zum Ende des Nationalsozialismus inhaftiert. Am 26. April 1945 wird er befreit.[17] Nach dem Ende des Nationalsozialismus wird Kaspar Feld Pfarrer in der Gemeinde Hochfilzen in Tirol. Feld stirbt am 7. Februar 1979.[18]

Pfarrer Ferdinand Grell

Die Nachfolge von Feld als Pfarrer in Lend übernimmt ab 1942 Ferdinand Grell. Grell wird bis 1949 die Pfarre in Lend leiten. Er beschreibt seine Tage während der NS-Ära in der Pinzgauer Gemeinde folgendermaßen:   Als Pfarrer Feld am 8. Mai 1942 verhaftet und abgeführt wurde, als (recte: half) am kommenden Sonntag H. Katechet Engl von Taxenbach aus. Dann wurden Hr. Dr. Berg Subregens und Hr. Georg Kriechbaum, Caritassekretär abwechselnd als Hilfspriester mit der Seelsorge hier betraut. Die Mutter und Schwester des Hr. Pfarrer Feld führten den Haushalt. Da diese aber den Haushalt aufgeben und wieder in ihre Heimat im Saargebiet zurückkehren wollten, drängte die Lage zur endgültigen Lösung und so wurde ich mit Rechtskraft vom 1. November 1942 zum Administrator mit allen Rechten und Pflichten eines Pfarrers bestellt. 5.11.42: In aller Stille traf ich mit dem Abendzug in Lend ein. Vorabend des Herz-Jesu-Freitages. Die Situation ist etwas ungünstig: Kurz vor dem Winter, kein Holz, keine Lebensmittelvorräte, noch keine Möbel, dazu der heiße Lender Boden, sowohl politisch wie seelsorgerisch; wir stehen im 4. Kriegsjahr! Derweilen konnte ich allein im Pfarrhof kochen, putzen selber; kein Mesner, kein Organist HI IN EQUIS ET CURRIBUS, NOS AUTEM IN NOMINE DOMINI! Es gilt nun die Seelsorge, die trotz des guten Willens der Aushilfe seit 1939 (zuerst Adm. Laimböck, dann kurz nur Pfarrer Feld, dann die wechselweise Aushilfe!) durch die politische Umwälzung sehr gelitten hatte, wieder zu festigen. Jeden Freitag Messe für unsere lebenden und gefallenen Krieger. Am Monatssonntag vom Frühgottesdienst bis Pfarrgottesdienst Aussetzung des SS. mit Betstunde und in der Zwischenzeit. Der Besuch des Sonntags-Gottesdienstes stieg langsam an. Jeder 2. Sonntag im Monat ist Jugendsonntag; Einladung zum Sakramentempfang und Pfarrgottesdienst als Jugendgemeinschaftsmesse. Die Mitternachtsmette wurde um 5 Uhr gehalten, weil noch keine Verdunklungsanlage bestand. (…) (Blatt 9 + 10) 1943 Der Besuch bei der Sebastiankapelle war trotz der für solche Veranstaltungen ungünstigen Situation sehr gut. Man will halt doch nicht krank werden; und wenns hilft geht man auch Beten! 7.2.43: Beim Begräbnis eines Parteigenossen gab es einen „Wirbel“. Die Partei riß das Begräbnis an sich entgegen dem Wunsch der Angehörigen. Ich segnete hinterher das Grab still ein und hielt dann den Gottesdienst.   (…)   14.3.43: H.H. Kapitelvikar Filzer ordnet eine Anbetungsstunde an für die Anliegen von Kirche und Vaterland.   (…)   30.5.43: Erstkommunionfeier! 19 Kinder; Einzug verboten. Wir gingen von der Friedhofskapelle weg in das Gotteshaus!   27.6.43: Die Fronleichnamsprozession konnte ohne jegliche Störung auf dem Weg um den Kirchbichl abgehalten werden.   12.9.43: Vom Heiligen Vater angeordneter Bet- und Bußtag. Im Oktober jeden Tag nach den Gebetsstunden privater Rosenkranz in der Kirche. Am Samstag und Sonntag feierlich. Man merkt die Sorge für das Wohl der Soldaten. Wie der Kreuzweg ist auch der Rosenkranz ganz gut besucht. Viele allerdings vertrauen einzig und allein den bisher siegreichen Waffen! Trotzdem zittern oft die Fensterscheiben durch die Lufterschütterung bei den Bombardierungen. Tiefdunkel liegt jede Nacht über dem Ort. Fliegeralarm schrecken Jung und Alt hald täglich auf.   (Blatt 12)   Man bekam wieder Mut, da Man andere Menschen sah, die noch beteten und glaubten. Es wurde überhaupt ein langsames Eintreten der Religiosität bemerkbar. Viele kamen zur Kirche, die lange ferne geblieben. Die Abfallsbewegung ist zum Stillstand gekommen. Ja es machte sich ein gewisser Gegendruck bemerkbar. Manche gingen nun schon aus Opposition gegen die Regierung zur Kirche oder andere, die eine feine Nase hatten für den kommenden, nicht mehr fernen Zusammenbruch des Regimes und nicht gebunden waren, kehrten schon allmählich wieder in die katholische Kirche zurück.       3.7.44: Große Aufregung in Lend. Heute Nacht war „Partisanenjagd“ am Pendlsee.[1] SS war beim Morgengrauen ausgerückt. Es wurde scharf geschossen. Es gab auf beiden Seiten Tote. Verwandte und Soldaten, die nicht mehr vom Urlaub zurück an die Front wollten wurden gefangen abgeführt. Die Streife und die Schießereien dauern noch an! Die pfiffigsten und getriebensten haben sie noch nicht gefunden. – Sie fanden sie auch später nicht. Die Partisanenjagd am Pendlsee war weder für das herrschende Regime noch für die „Pendelseer“ ein Ruhmesblatt.   (…)   (Blatt 13) 8.12.44: Während des Abendgottesdienstes setzte starker Schneefall ein. Das bewirkte unter den Leuten eine kleine „Fallschirmjägerpsychose“. Es ereignete sich aber nichts. Die Fliegeralarme gehören zum täglichen Nachtisch. [19]   (…)  

Anhang

Welt- und Ordenspriester der Erzdiözese Salzburg mit Schulverbot:[20]
 
  1. Pfarrer:
1. Feld Kasper 2. September 1938
2. Nestlinger Josef 29. September 1938
3. Esthofer Franz 21. November 1938
4. Saigger Franz 5. Jänner 1939
5. Postruschnik Karl 12. Jänner 1939
6. Huttergger Valentin 17. Jänner 1939
7. Weickl Julius 17. Jänner 1939
8. P. Kugler Johann 11. März 1939
9. Brandstätter Vitus 17. März 1939
10. Hirzinger Jakob 26. April 1939
11. Moosmann Josef 17. Mai 1939
12. Hauthaler Josef 1. Juni 1939
13. Ramsl Rupert 19. Juli 1939
14. Brunnauer Josef 14. September 1939
15. Gick Georg 2. Oktober 1939
16. Reitetschläger Josef 7. November 1939
17. Berschl Johann 7. November 1939
18. Lahnsteiner Josef 8. November 1939
19. Schatteiner Leopold 28. November 1939
20. Moser Franz 15. Jänner 1940
21. Klaushofer Franz 21. Februar 1940
22. Schdaschl (?)[21] Antin 21. Februar 1940
 
  1. Kooperatoren:
1. Schwaighofer Matthias 19. Oktober 1938
2. Loncaric Fosef (sic!) Josef ? 14. November 1938
3. Fenninger Paul 12. Dezember 1938
4. Kapuziner v. Werfen 14. Dezember 1938
5. Haslinger Josef 9. Jänner 1939
6. P. Pinsker Anton 12. Jänner 1939
7. Kranewitter S.J. 12. Jänner 1939
8. Summereder Heinrich 11. März 1939
9. P. Pammer Franz 11. März 1939
10. Sattler Leander 16. März 1939
11. Gmachl Max Dr. 26. März 1939
12. Maier Johann 27. März 1939
13. Huber Georg 3. April 1939
14. Sparber Walter 25. April 1939
15. Zaremba Engelbert 30. Juni 1939
16. Ebner Josef 1. Juli 1939
17. Schwarz Paul 21. September 1939
18. Madersbacher Johann 1. Dezember 1939
19. P. Emmeran Reschreiter 12. Dezember 1939
20. Stemmer Franz 15. Jänner 1940
    Aus einer weiteren undatierten Liste im Konsistorialarchiv Salzburg sind folgende Kirchenmänner mit Schulverbote angeführt: „Achorner, Kufstein – Weikl, Sparber, Bramberg – Groder, Kohlmayer, Großgmain – Schitter, Uttendorf – Sattler, Dürberg, Gubo, Gnigl – Huber, Unken – Haslinger, Hopfgarten – Fenninger, Thalgau – Schwaighofer, St. Georgen – Klingenmaier, Goldegg – Feld, Kössen – Moosmann, Krispl – Loncaric, Kufstein – Eder, Oberndorf – Huber, St. Koloman – Raudaschl, Wals – Zaremba, Tamsweg – Kapuziener, Maier Johann, Anif – Pater Marzellus (Franziskaner in Obertrum).“[22]

Politisch verfolgte Priester im Pinzgau

Das Schicksal von Kaspar Feld ist kein Einzelschicksal. 85 Priester, 16 Theologen und Kleriker der Erzdiözese Salzburg werden von den Nationalsozialisten politisch verfolgt, verhaftet, in Gefängnissen und Konzentrationslager interniert. Stellvertretend für Stadt und Land Salzburg hier die Pinzgauer Priester:[23]  
1. Angermann Eduard Der Pfarrer in Hinterthal, wird am 2. Juli 1940 von der Gestapo verhaftet. Er wird am 2. August 1940 aus der Schutzhaft entlassen. Grund der Festnahme: Abhaltung eines feierlichen Gottesdienstes beim Fest des Heiligen Petrus und Paulus.
2. Auer Franz X. Der Pfarrer in Unken, wir ebenso wie Eduard Angermann von der Gestapo Ende Juni 1940 verhaftet und bis 19. Juli 1940 in Schutzhaft genommen.
3. Eibl Johann Der Pfarrer in Zell am See, wird 1941 wegen „Verfehlung gegen den Kanzelparagraphen“ in Schutzhaft genommen.
4. Grübl Moritz Der Pfarrer in Maria Alm, wird wie Angermann und Auer, 1940 für ein Monat in Schutzhaft genommen.
5. Hagenauer Anton Der Kooperator in Mittersill, wird vom 28. Juni 1940 bis Ende Juli 1940 in Schutzhaft genommen. Grund: „staatsfeindliche Äußerungen“
6. Kocher Franz Der Dechant in Saalfelden, wird vom Ende Juni 1940 bis 2. August 1940 inhaftiert. Auch ihm wird die Abhaltung des Gottesdienstes am „Peterstag“ vorgeworfen.
7. Lackner Josef Der Pfarrer in Rauris, wird 1939 für mehrere Monate in Schutzhaft genommen. Begründung: „Verfehlungen auf der Kanzel“.
8. Linsinger Balthasar Der Pfarrer in Großarl und vormals Weißbach bei Lofer, wird vom 30. Juni 1940 bis 28. Juli 1940 wegen Abhalten des „Peterstages“ interniert.
9. Moser Franz Der Pfarrer in Neukirchen sitzt 1939 mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Grund: „Übertretung des Sammelgesetzes“.
10. Reiser Andreas Der Pfarrprovisor seiner Heimatgemeinde Dorfgastein und später Pfarrer von Bramberg wird sieben Jahre lang in Dachau bzw. Buchenwald interniert. Grund: die Verfassung einer kritischen Gedenkschrift, die er im Zwiebelturm der Kirche in Dorfgastein hinterlegen will.
   

Quellen:

[1] Richtig ist Böndlsee. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 1944 findet eine Großrazzia der SS in der Region Lend/Goldegg statt. Gesucht werden Deserteure rund um Karl Rupitsch. Mehrere Personen werden dabei getötet. Mitglieder der Familien der Deserteure werden in verschiedenen Konzentrationslagern interniert. [1] http://search.ancestry.co.uk/cgi-bin/sse.dll?gl=41&uidh=000&rank=1&new=1&msT=1&gsln=FELD&gss=angs-g&MS_AdvCB=1&MSAV=2&gsfn_x=XO&gsln_x=XO&cp=0&cpxt=0&catBucket=rstp&f7=1958&noredir=true&so=2 (Heruntergeladen, 7.12.2014) [2] http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Feld,_Kaspar_%28-1979%29 (Heruntergeladen 7.12.2014) [3] Vgl. Schreiben vom 8. September 1938, Zl. 5396, Ordinariat Salzburg an Kaspar Feld, DÖW 20.497/4 sowie Schreiben vom 2.9.1938, Landesschulrat an Ordinariat, DÖW 20.497/1 (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [4] Vgl. Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945, Band 2; (Hg.): Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes; Wien 1991, S 263 ff [5] Vgl. Schreiben vom 7.11.1938, Pfarramt Lend an Ordinariat Salzburg, Bericht über die Entfernung von Wegkreuzen, DÖW 20.497/4 (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [6] Vgl. Schreiben vom 10.11.1938, Pfarramt Lend an Ordinariat Salzburg, DÖW 20.497/4 (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [7] Vgl. Schreiben vom 21.9.1939, Landeshauptmann an Ordinariat Salzburg, DÖW 20.490/a (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [8] Vgl. Schreiben vom 21.3.1940, Landeshauptmann an Ordinariat Salzburg, DÖW 20.490/a (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [9] Vgl. Schreiben vom 30.3.1940, Landeshauptmann an Ordinariat Salzburg, DÖW 20.490/a (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [10] Kaspar Feld, Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [11] Kaspar Feld, Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [12] Kaspar Feld, Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [13] Vgl. Vgl. Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945, Band 2; (Hg.): Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes; Wien 1991, S 287 [14] Salzburger Aluminiumgesellschaft mbH (SAG) [15] Kaspar Feld, Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [16] Kaspar Feld, Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [17] Vgl. Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945, Band 2; (Hg.): Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes; Wien 1991, S 609 ff [18] http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Feld,_Kaspar_%28-1979%29 (Heruntergeladen 7.12.2014) [19] Niederschrift von Pfarrer Ferdinand Grell, Pfarrchronik Lend [20] Undatierte Liste, vermutlich 1940, der Schulverbote der Welt- und Ordnungspriester der Erzdiözese Salzburg, DÖW 20.490/a (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [21] Schrift unleserlich [22] Undatierte Liste über Schulverbote, DÖW 20.497/3 (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg) [23] Verzeichnis „Katholische Welt- und Ordenspriester der Erzdiözese Salzburg, die in den Jahren 1938-1945 aus politischen Gründen von der nationalsozialistischen Regierung verurteilt in Konzentrationslager überführt, vorübergehend inhaftiert oder gauverwiesen wurden“, DÖW 20.387/07 S 13 (Originalarchiv: Konsistorialarchiv Salzburg)

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